Arbeitsgemeinschaft Ricklinger Vereine von 1957 e. V.

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Vorbei e. V.

Der Verein

Burgen, Wallanlagen und historische Gebäude sowie über- und untertägige Industrieanlagen, zivile Schutzeinrichtungen und militärische Liegenschaften werden in Folge der geschichtlichen Entwicklung nicht mehr benötigt, aufgrund wirtschaftlicher Entscheidungen aufgegeben oder durch politische Veränderungen als überflüssig betrachtet. Die ehemals wichtige Bedeutung dieser Objekte ist vorbei.

Sie werden umgenutzt, oder verschlossen und unbeachtet dem Verfall überlassen. Sie verschwinden, um wertvolle und dringend benötigte Flächen für die gewerbliche Nutzung oder für die Wohnbebauung zu schaffen. Nicht selten gehen dadurch beeindruckende architektonische Besonderheiten, funktionsspezifische Merkmale oder interessante Details undokumentiert und unwiederbringlich verloren.

Die Erforschung und Dokumentation dieser zeitgeschichtlichen Bauwerke, die Zusammenarbeit mit den Behörden zur Ausweisung und Erhaltung von Baudenkmälern sowie die Unterstützung privater Initiativen und Museumsbetreiber sind Aufgaben, mit denen sich der gemeinnützige Verein Vorbei e.V. beschäftigt. Die Arbeitsergebnisse dieser Tätigkeiten werden der Öffentlichkeit in Form von Publikationen, Ausstellungen und der Internetpräsentation www.vorbei-ev.de veröffentlicht.

Der Verein wurde am 20.01.2007 in Wennigsen am Deister gegründet.

Der Museumsbunker Hannover

Hannover-Ricklingen, Torstenssonstraße / Ecke Wallensteinstraße
Projekttelefon (0175) 8134401 und Email

Hydraulische Schleusendrucktür in der Zivilschutzanlage Torstenssonstraße (Foto: Vorbei e. V.)
Hydraulische Schleusendrucktür in der Zivilschutzanlage Torstenssonstraße

Im zweiten Weltkrieg schützte der Luftschutzbunker in der Torstenssonstraße die Zivilbevölkerung vor den Luftangriffen der alliierten Verbände. 20 Jahre später wurde das Luftschutzbauwerk im Zuge des „Kalten Krieges“ erneut für den Bevölkerungsschutz herangezogen.

Im aufwändigsten Schutzbauprogramm des Bundes, dem Instandsetzungsprogramm, wurde das Schutzbauwerk in den Jahren 1965 bis 1968 als Zivilschutzanlage für den “Tag X” vorbereitet.
Im Zuge aufwändiger und kostspieliger Baumaßnahmen erfolgte der Einbau von Außenabschlüssen, hydraulisch betätigten Zugangsschleusen, Notstromanlagen, Belüftungs- und Filtertechnik sowie eigenen Wasserversorgungseinrichtungen. Ziel war es, eine Schutzwirkung vor den atomaren, biologischen und chemischen Waffen des Kalten Krieges zu erzielen.

Der Schutzbau wurde mit Sitz- und Liegemöglichkeiten ausgestattet. Mehrere Behandlungsräume standen für die medizinische Versorgung zur Verfügung. Eine regelmäßige Wartung und Instandsetzung sorgte für die ständige Einsatzbereitschaft der Anlage. Im Belegungsfall bot der Bunker hinter den 2,5m starken stahlbewehrten Beton-Außenwänden 2.400 Personen Schutz für einen Zeitraum von 14 Tagen.

In den 1990er Jahren wurden die Schutzbauprogramme des Bundes eingestellt. Seit dem werden Zivilschutzanlagen zurückgebaut, umgenutzt oder abgerissen.

Der vollausgestattete Schutzbau an der Torstenssonstraße in der Landeshauptstadt Hannover ist als einzigartiges Zeugnis des Zivilschutzes im Bundesland Niedersachsen einzuordnen. Die im Rahmen des „Instandsetzungsprogramms“ vorgenommenen Baumaßnahmen in den 1960er Jahren waren in der Ausführung und in der anschließenden Betriebserhaltung sehr kostspielig.

Diese hohen Kosten sorgten dafür, dass das Bauprogramm nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurde. Bundesweit konnten deshalb in diesem Programm nur wenige Objekte fertiggestellt werden. Das hannoversche Schutzbauwerk stellt im Bundesland Niedersachsen die einzige vollständig ausgestattete und original erhaltene Zivilschutzanlage aus dem Instandsetzungsprogramm der 1960er Jahre dar.

Schnell wird deutlich, dass durch die Rückabwicklung dieses Schutzbaues infolge des Wegfalls der Zivilschutzbindung auch auf Landesebene ein wichtiges und einmaliges Stück Zeitgeschichte unwiederbringlich verloren gehen würde. Es ist nahezu unmöglich, den baulichen Zivilschutz näher und wirklichkeitsgetreuer zu dokumentieren, als in einer eigens für diesen Zweck hergerichteten Anlage. Werden die originalen Einrichtungen, Ausstattungen und Gegenstände entfernt, um das Objekt einer anderen Nutzung zuzuführen, verschwinden auch zukünftig die Möglichkeiten, ein technisches Museum in dieser Form zu etablieren, da selbst auf Landesebene keine vergleichbaren Bauwerke mehr existieren. Der Rückbau dieses Objektes würde ein beeindruckendes Zeugnis unumkehrbar verschwinden lassen.

Unsere Zielsetzung ist es, die ausgestattete Zivilschutzanlage im Originalzustand zu erhalten und in Form eines technischen Museums in moderierten Führungen zugänglich zu machen.

Mehr Informationen zu ehemaligen Einrichtungen der Bundeswehr und des Zivilschutzes finden Sie auf der Homepage des Vereins unter www.vorbei-ev.de


Homepage des Vereins Vorbei e. V.

Artikel: Lars Knauer, Vorbei e.V., 14.05.2014

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