Arbeitsgemeinschaft Ricklinger Vereine von 1957 e. V.

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02.04.2009

5. Ricklinger Beeke-Frühstück 2009: Begrüßungsrede

Rede der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Ricklinger Vereine, Anne Stache, anläßlich des 5. Ricklinger Beeke-Frühstücks 2009

Meine Damen und Herren,
das Beeke-Frühstück sollte, als es erfunden wurde, eigentlich ein Neujahresempfang der Ricklinger Vereine sein.

Im Hinblick auf die Vielzahl derartiger Empfänge ab Januar und bis in den Februar hinein, haben wir uns entschlossen, das Beeke-Frühstück im März zu veranstalten, um vielen, insbesondere den Vertreterinnen und Vertretern der örtlichen Politik, aber auch unseren drei Karnevalsgesellschaften, die gerade ihre Session beendet haben, auch mal Gelegenheit zum Verschnaufen zu geben und ihren Familien ein freies Wochenende zu verschaffen.

Dennoch – obwohl wir hier heute nicht zu einem Neujahrs-Empfang zusammen gekommen sind, gute Wünsche sind immer richtig - möchte ich Ihnen allen, Ihren Mitgliedern, Ihren Familien im Namen des Vorstands der ARV die besten Wünsche für das Jahr 2009 übermitteln.

Meine Damen und Herren,
wenn man den Prognosen zu Beginn des Jahres 2009 Glauben schenken will, dann ist dieses Jahr mit schlechten Vorzeichen versehen. Die Welt lässt sich aber nicht auf Pessimismus aufbauen, damit hat noch niemand etwas bewegt. Selbstvertrauen zu jeder Zeit, in jeder schwierigen Lage, nur das kann uns weiterbringen.

Wir Ricklinger haben uns nie unterkriegen lassen. Schließlich haben wir nicht umsonst 1770 den Wasserkrieg gegen die Stadt Hannover gewonnen, die Eingemeindung nach Linden im Jahre 1913 ertragen und das Hochwasser im Jahre 1946 überlebt! Was also sollten wir fürchten?

Liebe Vertreterinnen und Vertreter unserer Mitgliedsvereine, –Verbände und Kirchengemeinden,
Sie engagieren sich Tag für Tag für Ihren Verein oder für die Gemeinschaft. Sie tun das freiwillig und unentgeltlich in ihrer Freizeit. Sie sind in fast allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv. Ohne sie wäre unser Gemeinwesen ärmer, kälter und weniger menschlich; ohne ihren Einsatz müssten wir auf Leistungen verzichten, die für uns längst selbstverständlich geworden sind – denken Sie z.B. an den Sport im Verein, an die freiwillige Feuerwehr oder die Kirchengemeinden. Ohne deren ehrenamtliche Helfer wären viele Dinge im Alltag nicht zu bewältigen.

Wo Ehrenamtliche sich engagieren, tun sie dies aus Überzeugung und professionell. Sie reden nicht viel über ihr Engagement. Sie tun einfach das, was ihnen wichtig ist, was ihren Wertvorstellungen entspricht, was sie gut können, gern tun - und was ihnen darum Spaß macht.
Das Ehrenamt ist eine unverzichtbare Säule in unserem Gemeinwesen.

Lassen Sie mich deshalb an dieser Stelle allen Ehrenamtlichen hier in unserer Gemeinschaft danken und ihnen meine Anerkennung aussprechen. Um fit für die Zukunft zu sein, gilt es aber auch, nicht in eingefahrenen Spuren zu verharren, sondern Ideen zu entwickeln, neue Wege zu beschreiten oder über alternative Strukturen nachzudenken.

Sucht man in der Vergangenheit unserer Arbeitsgemeinschaft, findet sich das beste Beispiel für kreatives und zukunftsträchtiges Denken.
Ich erinnere an dieser Stelle nochmals an die Gründer unserer Arbeitsgemeinschaft, Fritz Haake, Horst Schweimler, Dr. Lore Henkel und viele andere...

Sie hatten sich 1957 zur Gründung unserer Arbeitsgemeinschaft entschlossen, ursprünglich nur mit dem einzigen Ziel, einen großen Saal für das Vereinsleben zu bekommen. Daraus ist unser Freizeitheim Ricklingen entstanden, das zu einem kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt unseres Stadtteils geworden und nicht mehr wegzudenken ist.

Ein gutes Beispiel der jüngsten Vergangenheit ist der SV Aegir. Ihm ist es gelungen, für den Fortbestand des Ricklinger Bades eine gemeinnützige GmbH zu gründen und so das Bad für den Stadtteil und den Verein zu erhalten.

Zu nennen wäre auch die TSV Saxonia, die mit neuen Sportangeboten wie Bogenschießen oder dem Programm „Fit ab 50“ neue Mitglieder gewinnen konnte. Auf dem richtigen Wege ist auch die Initiative unserer Sportvereine am Mühlenholz, künftig intensiv und Kooperativ zusammenzuarbeiten, um so Kräfte zu bündeln und Kosten zu minimieren. Und schauen wir nach Wettbergen: Da entsteht z.B. bei der TuS Wettbergen eine Beach-Volley-Ball-Anlage. Die Nachfrage - nicht nur der Jugendlichen - ist groß.

Mit Blick auf die Zukunft, den unabwendbaren demografischen Wandel, muss es unser Ziel sein, auf die die Jugend zuzugehen, sie zu begeistern und an die Vereine zu binden.
Das ist z.B. auch der Schützengesellschaft Ricklingen gelungen, sie konnte einen beachtlichen Zuwachs in ihrer Jugendabteilung verzeichnen. Für Ihre ausgezeichnete Jugendarbeit im Jahre 2008 wurde die Schützengesellschaft Ricklingen vom Verband Hannoverscher Schützenvereine mit einem Pokal ausgezeichnet.

Hier liegen die Herausforderungen, die es in der Zukunft zu bewältigen gilt!

Meine Damen und Herren,
Altkanzler Helmut Schmidt hat im Januar dieses Jahres seinen 90. Geburtstag begangen. Wie das so ist bei solchen Anlässen, werden immer wieder gern Zitate aus der Vergangenheit bemüht. Eines seiner meist genannten Zitate war der Satz „Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen“.
Ob dieser Satz von Helmut Schmidt, als er ausgesprochen wurde, seine Berechtigung hatte, das kann an dieser Stelle offen bleiben. Helmut Schmidt ist ein sehr kluger Mann, aber dieses Zitat sollten wir uns nicht zu eigen machen:

Wer mit dem Wort „Vision“ folgende Sätze verbindet:

der vertrödelt in den Arztpraxen seine Zeit. Im Gegenteil, er hat das Richtige erkannt, er ist auf dem richtigen Weg.
Wer dagegen immer noch sagt - und ich sage es mal im feinsten Ricklinger Platt – Dat hebbet wäi jümmer so e maket, dat blieft so - der sollte schon mal spaßeshalber einen Termin beim Arzt machen...

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein paar fröhliche Stunden innerhalb unserer Gemeinschaft und angeregte Gespräche. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.